Monday, 4 June 2018

Heute geht es mir ganz gut. Die letzte Woche war schwer, aber jetzt hatten wir zwei Tage Pause und ich konnte mich regenerieren.

Während der Arbeit und wenn ich im Bett liege und eigentlich auch sonst immer, denke ich viel über J nach.

Ich frage mich, wie ich näher an ihn herankommen soll. Ich möchte ihn kennenlernen, alles von ihm wissen.

Er scheint so interessiert, stellt viele Fragen, wirkt nie genervt von mir. Obwohl ich davor große Angst habe, denn ich erzähle ihm wirklich viel. Dinge, die ihn vielleicht gar nicht interessieren. Während er nicht viel von sich preisgibt. Er antwortet, wenn ich Fragen stelle, aber selten erzählt er etwas von sich aus.

Neulich hat er aber mal nach meinem Rat zu einer persönlichen Angelegenheit gefragt. Das hat mich glücklich gemacht. Für einen kurzen Moment. Denn es hat mich auch daran erinnernt, wie wenig ich über ihn und sein Leben weiß und wie viel er über mich.

Ich habe Hoffnung, dass es besser wird, wenn ich wieder in Deutschland bin. Vielleicht können wir uns treffen, vielleicht können wir uns persönlich kennenlernen.

Auf der anderen Seite, ist das wirklich eine gute Idee? Die Chancen, dass er mich nicht so sehr mag wie ich ihn sind hoch. Und ich weiß ich will mehr, als nur gute Freunde sein. Und ich weiß nicht, ob ich schon wieder in dieser Situation sein kann, oder ob es zu viel wird. Und wenn wir nur locker befreundet sind so wie jetzt, dann werden meine Gefühle vielleicht nicht so intensiv und dann wird es nicht so wehtun.

Manchmal denke ich, er könnte mich vielleicht doch so mögen. Manchmal ist er so unfassbar süß. Aber würde er nicht schon nach meiner Nummer gefragt haben oder wenigstens deutlichere Signale senden? Er ist nicht wirklich der schüchterne Typ. Aber vielleicht wartet er auch, bis ich wieder zu Hause bin? Weil es macht eh keinen Sinn, jetzt irgendwas anzufangen, wenn ich noch zwei Monate am Reisen bin.

Aber wahrscheinlicher ist es, dass ich für ihn nur eine weitere normale Freundin bin. Er hat sooo viele weibliche Freunde. Zumindest kommt es mir so vor.

Ja okay, er schreibt mir mehr als L und redet auch über mehr persönliches mit mir. Und als ich L gebeichtet habe, dass ich unter Umständen auf ihn stehen könnte, meinte sie, er hätte mich auch immer „so angeguckt“. Was auch immer das bedeuten mag.

Aber lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe keine Ahnung, was er über mich denkt. Alles ist möglich.

Was ich über ihn denke, weiß ich hingegen ganz genau. Ich habe am Anfang lange dagegen angekämpft, aber in Prinzip wusste ich schon nach unserem ersten Gespräch, dass ich keine Chance gegen meine Gefühle haben werde.

Er ist nicht der schönste oder heißeste Kerl, den ich je gesehen habe, aber er hat auf jeden Fall etwas besonders. Und besonderen Dingen konnte ich noch nie wiederstehen. Diese wunderschönen, dezenten Sommersprossen, der total süße Dialekt und dass er meinen Lieblingsnamen trägt, helfen auch nicht grade dabei, die Gefühle abzuwehren.

Und sein Charakter. Er ist süß, freundlich, lustig, intelligent, interessiert. Er macht etwas mit seinem Leben und er will sich für die Umwelt einsetzen! Was will man mehr?

Manchmal sagt er Dinge, die könnten genauso von M kommen. Die beiden haben viel gemeinsam. Viele Dinge, die ich an M so geliebt habe. Aber von Ms schlechten Seiten habe ich bei J noch nichts gesehen. Eigentlich habe ich noch überhaupt keine schlechten Seiten gesehen. Außer vielleicht, dass er sich mir nicht so sehr öffnet, wie ich es gerne hätte, aber wir kennen uns eben noch nicht so lange. Und dass er Harry Potter nicht wirklich kennt haha. Aber auch das ist ein Problem, das behoben werden kann.

Ach J, was soll ich nur machen? Ich vermisse dich und deine Kappe und wie du neben mir sitzt und Pizza zum  Frühstück isst und dein Lachen, wenn ich mal wieder irgendwas Verrücktes gesagt habe oder mich unfähig anstelle. Das Gefühl, unbedingt deinen Arm, der so eine perfekt gebräunte Farbe hat, berühren zu wollen. Oder das Gefühl, wenn deine braunen Augen genau in meine schauen, wenn du mir aufmerksam zuhörst. Diese Freude, wenn ich die Treppe runterkomme und du da stehst, gelangweilt und keine Lust mehr auf die Arbeit, aber wenn du mich siehst, schenkst du mir trotzdem ein wunderschönes Lächeln. Oder dieses Kribbeln, als wir nebeneinander auf dem Sofa sitzen und sich unsere Hände fast berühren und mein Bein leicht deins streift, wenn ich es bewege. Als sich unsere Hände berühren, wenn du mir ein Stück Wassermelone reichst und es sich anfühlt wie eine Ewigkeit, auch wenn es nur Sekunden sind.

Das alles ist schon Monate her, aber ich fühle es und sehe es vor mir, als wäre es gestern gewesen. Als wärst du nicht tausende Kilometer weit weg von mir. Und ich weiß, ich sollte dich nicht so vermissen und ich weiß, ich sollte mich nicht so sehr nach deiner Nähe sehnen und ich weiß, ich sollte nicht jetzt schon so sehr in diesen Gefühlen verwickelt sein und ich weiß, am Ende werde ich nur wieder verletzt werden.

Aber grade macht es mich so glücklich, dir zu schreiben, deinen Namen auf dem Bildschirm zu sehen, an dich zu denken. Ich möchte niemals aufhören, mit dir zu reden. Du bist so interessant. Mir dir fühlt es sich so anders an, als mit M, so viel leichter.

Und ich wünschte, du würdest auch so fühlen.  But maybe you are not the one.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.